Beantwortung der mündlichen Frage zur Unterstützung sozialschwacher Familien und Einzelpersonen durch Suppen-küchen u. ä. soziale Einrichtungen unter den Bedingungen der sich ständig verschärfenden sozialen Lage vieler Bevölkerungsgruppen
Anmerkung: Die Fraktionsparteien haben sich als Ausdruck ihres Demokratieverständnisses vorbehalten, dass nur ihre Fragen in der BVV mündlich beantwortet werden. Damit waren uns Nachfragen zu dieser Frage nicht möglich.
Hier die schriftliche Antwort des Herrn Knut Mildner-Spindler für das Bezirksamt:
1. Welche Träger betreiben wo mit welchen Angeboten und mit welcher Unterstützung eine Suppenküche oder ähnliche soziale Einrichtung in Friedrichshain-Kreuzberg ?
4. Gibt es Träger, die diese Einrichtungen ohne finanzielle Unterstützung durch das Bezirksamt betreiben?
Der Sozialverein Friedrichshain e.V. betreibt in der Straßmannstraße eine „Wärmestube“, wo er täglich neben einem Frühstücksangebot mittags auch warme Mahlzeiten für obdachlose und wirtschaftlich bedürftige Menschen anbietet. Der Verein wird mit einer bezirklichen Zuwendung unterstützt.
Sozialverein Friedrichshain e.V.
Straßmannstraße 38, 10245 Berlin
Tel.: 2977336
Zudem wird im Rahmen der zuwendungsfinanzierten Kältehilfeangebote in unserem Bezirk (Notübernachtung, Frühcafe, Nachcafe, Wärmestuben) in den Monaten von Oktober bis März auch Verpflegung angeboten. Ein Teil dieser Einrichtungen bietet darüber hinaus ganzjährig Angebote der Verpflegung oder Lebensmittelabgabe. Dazu zählen u.a.
Missionaries of Charity (Schwestern der Mutter Teresa)
Sankt Marien- Liebfrauen
Suppenküche
Wrangelstraße 50/51, 10997 Berlin
Tel.: 6126408
http://www.marien-liebfrauen.de/hilfe.html
Mut gGmbH
Stralauer Platz 32 , 10243 Berlin
Tel.: 030 / 29 33 02 48
Evangelische Kirchengemeinde Galiläa- Samariter
Samariterstraße 27, 10247 Berlin
Suppentopf
Tel.: 53658942
http://www.galilaea-samariter.de/obdachlose.html
Evangelische Kirchengemeinde St. Thomas
Bethaniendamm 23-27, 10997 Berlin
Tel.: 612 37 22
Cafe Krause
http://www.stthomas-berlin.de/index.htm
Ausgabestellen der Aktion “Laib und Seele“
http://www.laib-und-seele-berlin.de/ausgabestellen.php
Ev. Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion
Marheinekeplatz 1
10961 Berlin
Ev. Kirchengemeinde St. Jacobi – Luisenstadt
Oranienstraße 132 – 134
10969 Berlin
Ev. Lazarus Kirchengemeinde
Marchlewskistraße 40
10243 Berlin
Auch in den Wohnungslosentagesstätten des Bezirks, z.B. der Bürgerhilfe in der Cuvrystraße und der Arbeiterwohlfahrt in der Wühlischstraße gibt es ein regelmäßiges Essensangebot. Diese Auflistung nach einer Recherche der Verwaltung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da es durchaus noch weitere Angebote anderer Kirchengemeinden und anderer caritativ Engagierter im Bezirk geben kann, die derzeit nicht bekannt sind.
3. In welcher Preisspanne werden welche Speisen (kalt / warm) angeboten?
Bei der Vielfalt der Angebote ist es nicht möglich eine Übersicht über die angebotenen Speisen zu erstellen. Überwiegend werden die Speisen kostenlos bzw. gegen eine sehr geringe Aufwandsentschädigung an die bedürftigen Besucherinnen und Besucher der Einrichtungen abgegeben.
2. Wie groß ist der Bedarf an derartigen Einrichtungen, wo sind territorial die sozialen Schwerpunkte und wie kann der Bedarf derzeitig gedeckt werden?
Der Bedarf an solchen Einrichtungen/Angeboten ist nur schwer bis gar nicht quantifizierbar. Der Logik der gesetzlichen Grundsicherung folgend sollte es keinen Bedarf an solchen Angeboten geben. Die Realität eines Lebens am Existenzminimum gestützt auf Grundsicherung zeigt, dass vermehrt Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen sowie Rentnerinnen und Rentner solche Angebote nutzen.
Auch wenn der Sozialstrukturatlas für 2008 eine leichte Verbesserung ausweist, müssen wir davon ausgehen, dass unter den Transferleistungs- und Rentenbezieherinnen die Nachfrage nach solchen Angeboten weiter steigen wird, insbesondere in den Regionen des Bezirks, die sich nicht nach oben entwickeln.
Seit geraumer Zeit ist insbesondere rund um die Tagesstätten für Wohnungslose zu beobachten, dass sich die NutzerInnenstruktur verändert. Es erscheint geboten, diese Problematik „Stadtarmut“ in Gesprächen mit den im Bezirk vorhandenen Einrichtungen, wie Suppenküchen, Wohnungslosentagesstätten und den Einrichtungen der Kältehilfe zu erörtern, um zu einer Verständigung über die Bedarfssituation und die Neuausrichtung bestimmter Angebote zu gelangen und darauf gestützt, die Inhalte und das Profil dieser Einrichtungen auch in Abgrenzung zu anderen sozialen Hilfen und Unterstützungsangebote zu überprüfen, um den neuen Herausforderungen gerecht werden zu können.

